Der frühe Vogel zieht die erste Line. Das ist für viele Wintersportverrückte Motivation genug um in aller Herrgottsfrühe aufzustehen. Die Vorfreude beginnt bereits beim Klingeln des Weckers. Sie wächst kontinuierlich mit dem montieren der Ski auf das Auto, dem ersten Sichtkontakt zum Berg und dem Gang zum Lift.

Am Gipfel angekommen offenbart sich dem Frühaufsteher die Schönheit der massiven Bergwelt. Die leere Piste liegt in der ganzen Pracht vor seinem Betrachter und lässt ihn einige Sekunden innehalten. Die Piste wartet auf das Ziehen der ersten Spur. Gleich ist es soweit. Den Pionier überkommt ein Gefühl von Zufriedenheit, Vorfreude und Freiheit.

Worauf noch warten?! Man setzt den ersten Schwung, den Zweiten und lässt es laufen. Links und rechts staubt der Schnee. Der Wind pfeift ins Gesicht und die präparierte Piste rauscht unter den Skiern vorbei. Das zärtliche Zusammenspiel zwischen Ski und Schneebett kreiert einen Zustand nahe der Schwerelosigkeit. Im Gleitflug über das Herrschaftsgebiet entfaltet sich ein Glücksgefühl, das einem Flachlandtiroler schwer zu vermitteln ist.

Doch so schnell es begann, ist es auch wieder vorbei und man ist unten angekommen. Beim Blick zurück auf die eigene Spur könnte man fast wehmütig werden. Es waren wohl die besten Minuten des Tages, die es festzuhalten gilt, denn bei der nächsten Abfahrt muss die Piste mit Anderen geteilt werden.

Bernhard Mairhofer: Meine Liebe gehört den Bergen. Ich bin leidenschaftlicher Skifahrer sowie Snowboarder und arbeite als Ski- und Snowboardlehrer bei der Alpina Skischule. Im Sommer steht dann natürlich Wandern und Klettern auf dem Programm. Man trifft mich dann aber auch öfter am Eisbach in München und ab April 2015 arbeite ich erstmals als Surflehrer in Marokko. Es lebe der Sport!